Landschaft

Die Landschaft

Hebenshausen liegt im Gebiet der Wasserscheide von Werra und Leine. Nur ein Fußmarsch von einer knappen Stunde trennt die beiden Flüsse. Die Gegend ist außerordentlich hübsch und wird ringsum von waldigen Bergen eingerahmt. Dicht am Ort vorbei führt die uralte Heerstraße von Göttingen nach Witzenhausen, die heutige Bundesstraße 27. Diese Bundesstraße stellt eine wichtige Verbindung zwischen dem Norden und dem Süden der Bundesrepublik her.
Die Gemeinde liegt im nördlichen Teil des Kreises Werra-Meissner und gehört zum Land Hessen. Die Gemarkung grenzt im Nordosten und Osten an das Land Niedersachsen und ragt im Südosten an Thüringen heran.

 

Grundherrschaftliches

Im Jahre 1418 wird der Ort urkundlich als "Hewenshusen" erwähnt. Nach einer Nachricht aus dem Jahre 1480 lebte zu dieser Zeit ein Junker Heinrich Hebenhausen und es ist sehr wahrscheinlich, daß es eine sich nach dem Dorfe nennende adelige Familie gegeben hat.
Im ausgehenden Mittelalter hatten die zu Beginn des 15. Jahrhunderts ausgestorbenen Grafen von Everstein, deren Stammburg nicht weit von Holzminden stand, umfangreichen Besitz in Hebenshausen - bzw. nach ihnen ihre Erben, die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg.
So belehnte Herzog Friedrich im Jahre 1448 die von Bischoffshausen mit den Dörfern Hebenshausen und Berge. Sie besaßen ferner die Kirchlehen (Patronate) von Berge und Hebenshausen, den Rottzehnten (vom Rodelande), ferner 14 Höfe und 10 Hufen Landes ("gelegen vor Hevenßhusen ondt op dem Sundern") und den Zehnten zu Hebenshausen von ihrem Lande.
Der Burgmann Fridrich von dem Berge hatte neun Hufen von den Eversteinern zu Lehen, Heinrich von Bodenhausen den Zehnten des Dorfes, den vor seinem Vater Hans von Stockhausen besaß. 1429 kaufte Heinrich d. J. von Bodenhausen sechs Hufen Landes vor Hebenshausen vom Hans von dem Berge.
Der Zehnte, den die von Bodenhausen seit 1437 innehatten, war von diesen im 15. Jahrhundert der Eitzenhäuser Familie Wiekenandes eine Zeitlang (bis 1467) für 150 Gulden verpfändet. Der Lindauer Amtmann Heinrich von Bodenhausen verkaufte 1487 (wiederverkäuflich) die Einkünfte seines Zehntanteiles für 200 Gulden dem Kloster Reinhausen.
Nach der Arnsteiner Erbteilung von 1574 wechselte der Besitz des Zehnten alle drei Jahre zwischen den Häusern Arnstein und Niedergandern. Durch die Erbteilung von 1819/20 an den Arnstein gefallen, wurde er 1834 durch Zahlung von 4650 Taler abgelöst.
Auch hessische Lehen gab es in Hebenshausen. So war der "Dorfsteil" hannoversches und der "Bachsteil" hessisches Lehnsgebiet.

Streitigkeiten um den Besitz des Dorfes

Hebenshausen zählte auch zu den Ortschaften, um die es zwischen Hessen und Hannover oft zum Streit kam. Als 1649 die hannoverschen Wappen an den Kirchen von Reckershausen, Niedergandern, Hebenshausen, Berge und Marzhausen befestigt wurden, riß der Schultheiß von Witzenhausen sie ab und verbot den Einwohnern bei harter Strafe, dem Hause Hannover zu huldigen.
Als Herzog Johann Friedrich 1671 die Huldigung seiner Landeskinder entgegennahm, wurden Berge und Hebenshausen ebenfalls zur Beteiligung aufgefordert, jedoch vergebens.
Im Jahre 1698 ließ Hannover die Wappen in den streitigen Dörfern von je vier Mann bewachen. Da erschien der Schultheiß von Witzenhausen mit 30 Bewaffneten, die auf die Wächter mit den Büchsen losschlugen und die Wappen abnahmen. In Hebenshausen, Berge und Neuenrode wurde sogar die Wache mit nach Witzenhausen genommen, dort aber bald wieder freigelassen. Hannover aber ließ, die aufs neue angeschlagenen Wappen in jedem Dorfe von einem Aufgebot von 50 Mann bewachen. Ein Notar mußte sogar den Anschlag beurkunden. Nötigenfalls sollten die Wachen durch Sturmgeläut Hilfe herbeirufen. Doch auch diesmal wurden die Wappen von den Hessen abgerissen. Bis ins 18. Jahrhundert befehdeten sich Hannover und Hessen auf diese Weise.
Als 1697 ein Handwerksbursche in der Hebenshäuser Gemarkung ermordet aufgefunden wurde, ließ Otto Wilke von Bischoffshausen den Toten in die Kirche von Berge bringen und ihn am nächsten Tage auf dem Kirchhofe beerdigen. Den folgenden Tag ließ jedoch der Schultheiß von Witzenhausen die Leiche von etlichen bewaffneten Leuten wieder ausgraben und nach Witzenhausen bringen.
Auf Befehl des Amtmanns von Friedland wurde 1708 der Jude Nathan Cronfeld aus Hebenshausen durch 50 Bewaffnete als Gefangener nach Friedland gebracht. Der Schultheiß und die Kasseler Regierung erhoben Protest und forderten die Freilassung des Verhafteten. Es ging sogar das Gerede, der Schultheiß plane die Befreiung des Gefangenen.